„The Team“ ist der Versuch der europäischen öffentlich rechtlichen Sender ins anspruchsvolle Krimiseriengeschäft einzusteigen. Wird die Serie doch auf der ORF-Seite mit „Breaking Bad“ und „True Detectives“ verglichen, um dann doch zu dem Schluss zu kommen, dass „The Team“ mehr ein „Tatort“ ohne kabarettistische Einlage ist.

Die Grundidee klingt sehr spannend. Ein länderübergreifendes Europol-Team ermittelt in Dänemark, Belgien und Deutschland in drei mysteriösen Morden. Auch Österreich kommt nicht zu kurz und darf den Oberbösewicht, gespielt von Nicholas Ofczarek, stellen. Auch die Machart sieht vielversprechend aus.

Der Vertrieb von „The Team“ ist ebenfalls besonders. Die Serie wird zuerst online gezeigt. In Österreich auf flimmit, in Deutschland in der ZDF-Mediathek und in der Schweiz in der SRF-Mediathek. Die Serie wird in Original mit Untertitel in acht Folgen gezeigt. Da man den TV-Zusehern das nicht zumuten kann, wird „The Team“ im Fernsehen (ORF ab 5. März, ZDF 8. März, SRF 28. Februar) synchronisiert in vier Teilen gesendet.

Das Besondere am Online-Vertrieb ist, dass die letzte Folge erst frei getwittert werden muss. Wenn der #TheTeam 25.000 mal getwittert wurde, kann man das Staffelfinale sehen. Bis jetzt wurde es nicht geschafft.

Es ist schön zu sehen, dass sich die europäischen Sender bemühen in Zusammenarbeit eine gut gemacht Serie auf die Beine zu stellen und auch die junge Generation mit VOD versuchen anzulocken. Das Konzept, die Machart und die Besetzung der Serie klingen vielversprechend.

Was ich aber nicht verstehe, warum eine Serie, die in einer europaweiten Kooperation produziert wurde, in den einzelnen Mediatheken mit Region Lock versehen wird. So ist „The Team“ für Österreicher auf flimmit kostenlos abrufbar, aber man muss sich registrieren und nach wenigen Minuten ist bei mir der Stream auch abgebrochen. Außerdem gibt es nur die erste Folge in HD. Wegen dem Region Lock ist aber ein Ausweichen auf ZDF oder SRF nicht ohne weiteres möglich.

Trotzdem werde ich versuchen, die Serie zu schauen, da sie sich auf jeden Fall eine Chance verdient hat. Bleibt zu hoffen, dass die Sender in Zukunft sich nicht nur europaweit zur Produktion, sondern auch zum Vertrieb vereinen.