Sky Online

Sky Online: Guter Inhalt, Schlechte Verpackung

Nach Netflix und Amazon Prime, bin ich nun also auch Sky Online Abonnement. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war die Ausstrahlung der neuesten Staffel von "Game of Thrones", aber der Dienst hat mich schon längere Zeit interessiert, da Sky viele aktuelle Serien anbietet und vor allem jene von HBO exklusiv hat. Deswegen ist er auch mit Abstand der teuerste Streaming Dienst. Als Serienjunkie kommt man noch mit €9,99 davon, also eine Preisgestaltung, wie bei vielen anderen Anbietern (vor allem am deutschen Markt) auch. Dafür bekommt man aber nur Serien, keine Filme. Für die muss man noch einmal €14,99 monatlich blechen. Die Filme sind zwar um einiges aktueller als bei den Mitbewerbern, aber €25 im Monat ist halt auch viel mehr Geld.

Da es mir vor allem um "Game of Thrones" ging, habe ich mich für das Entertainment-Paket für €9,99 entschieden. Dafür erhält man Zugang zum Serien-Portfolio und zu zehn PayTV-Sendern, die man teilweise streamen kann, was bei mir aber mehr schlecht als recht funktioniert hat. Entweder es klappte gar nicht oder es kam nur Ton. Und hier sind wir auch schon beim großen Problem von Sky Online. Der Inhalt passt, es gib viele gute Serien wie "Silicon Valley", "Veep", "The Wire", etc und auch die Bildqualität ist gut, aber die Usability ist grottenschlecht.

Usability oder die 1000 Klicks

"Game of Thrones" findet man recht leicht, weil es aktuell und ein Kaufargument für Sky Online ist. Um die aktuelle Folge sehen zu können, muss man aber zuerst auf "Game of Thrones" klicken, dann sich durch sämtliche Staffeln klicken und dann auf die aktuelle Folge klicken. Da auch nicht markiert ist, welche Folgen man bisher geschaut hat, muss man sich merken, wieviele man bisher gesehen hat. Das ist noch kein Problem, wenn man jede Woche eine Folge schaut, aber wenn man mal längere Zeit nicht schaut, kann es schon schwierig werden den Überblick zu behalten.

Möchte man eine ältere Serie schauen, z. B. "The Wire" muss man die Suchfunktion betätigen. Dort findet man die Serie zwar, aber nicht als Gesamtes, sondern die einzelnen Folgen werden aufgelistet und das nicht chronologisch, sondern irgendwie. Da darf man sich dann erst einmal durchscrollen, bis man die erste Folge findet. Apropos finden, auch die Webseite von Sky Online ist nicht gerade übersichtlich gestaltet. Sowohl am Computer, als auch am Fernseher muss man viel herumklicken. Netflix und s0gar Amazon Instant Video, das schon einige Schwächen hat, sind hier um einiges besser gestaltet.

Safety First, Compatibility Last

Man kann auch nur ein Profil anlegen, d.h. man muss jedes Mal einen Pin eingeben, wenn man eine Serie ohne Jugendfreigabe anschauen will, was auf Dauer sehr nervig sein kann. In den, sehr eingeschränkten, Einstellungsmöglichkeiten kann man den Jugendschutz auch nicht entfernen. Eingeschränkt ist auch die Auswahl der Geräte, auf denen man Sky Online schauen kann. So fehlen z. B. Playstation und Apple TV. Es werden außerdem nur Fernseher von LG und Samsung ab 2014 unterstützt und um Sky Online am PC oder Mac zu schauen, muss Silverlight installiert sein, der Grund warum ich Probleme am Computer habe.

Sehr gut ist, dass man bei den meisten Serien zwischen Synchronfassung und Original wählen kann. Weniger gut ist, dass keine Untertitel zur Verfügung gestellt werden. Das ist nicht nur für Gehörgeschädigte ein Problem, sondern auch für Original-Fetischisten wie mich. Während englischsprachige Serien noch gehen, werde ich mir Gomorrha nicht im italienischen Original anschauen können, da sich mein Vokabular auf Pizza, Pasta und Juventus beschränkt.

Fazit

Mein Fazit nach drei Wochen Sky Online: Der Inhalt ist top, aber die Verpackung ein Flop. Die Usability ist sogar so schlecht, dass ich davon abraten würde Sky Online zu abonnieren, außer man möchte unbedingt eine aktuelle exklusive Serie zeitnah sehen. Das ich mit meiner Meinung nicht alleine bin, zeigt auch die Bewertung der Sky Online App auf Google Play, wo sie gerade einmal 2,2 von fünf Punkten bekommt. Besonders ärgerlich ist die schlechte Performance, weil Sky Online teurer ist als die Konkurrenz, die größtenteils wesentlich besser abschneidet. Vor allem das Sky Supersport Tagesticket ist mit €14,99 vollkommen überteuert, weshalb ich es auch noch nicht getestet habe. Da gehe ich lieber zum Public Viewing und trinke um das Geld drei Bier.

Aus heutiger Sicht werde ich das Abo nach Ende der "Game of Thrones" Staffel wieder kündigen, wenn Sky bis dahin nicht noch entscheidende Verbesserungen macht. Die Watchlists auf Netflix und Amazon Prime beschäftigen mich eh noch die nächsten fünf Jahre.


Mediatheken Leidstreaming

Die Leiden eines Cord Cutters: Mediatheken Leidstreaming

Dieser Post ist ein Rant. Ein Rant auf Livestreaming in Mediatheken. Eigentlich sind die Mediatheken der TV-Sender eine gute Erfindung. So kann man auch ohne Fernsehempfang die Sendungen schauen und auch noch wann man will. Auch Livestream bieten viele Sender mittlerweile an, nur funktioniert der nicht immer so gut. Ich beziehe mich hier vor allem auf die ORF TVthek und Puls4 Mediathek, bzw. den Puls4 Livestream auf sportnet.at.

Das Jahr hat schon einmal schlecht für mich und die ORF TVthek begonnen. Ich wollte das Neujahrskonzert per Livestream anschauen, das vom ORF auch groß angekündigt wurde. Fehlanzeige, ich habe es nicht geschafft den Livestream zum Laufen zu kriegen. Ich wollte das Konzert am Fernseher schauen, aber natürlich ist der Livestream über die  ORF TVthek-App am Samsung TV nicht möglich. Aber auch am FireTV-Stick und Chromecast hat es nicht funktioniert. Bleibt als weitere Möglichkeit noch der Laptop, aber auch hier Fehlanzeige. Der ORF hat es also trotz Ankündigung nicht geschafft, das Neujahrskonzert als Livestream zu Verfügung zu stellen. Wie soll man so Kinder für die Kultur interessieren.

Apropos ORF. Warum muss ein öffentlich-rechtlicher Sender vor jedem Video oder Livestream in der TVthek Werbung zeigen? Aber das ist ein anderes Thema.

ORF die Zweite: Ich wollte mir das Länderspiel Österreich - Türkei in der TVthek anschauen, als kleiner Testlauf für die Euro. Und zu meiner Überraschung konnte ich den Livestream sogar per Chromecast starten (nachdem zuvor natürlich Werbung gezeigt wurde). Aber es war kein Vergnügen. Die Auflösung war zwar annehmbar, aber alle paar Sekunden gab es Aussetzer und das Bild blieb stehen. Gut, dachte ich mir, schau ich halt am Laptop, kann ja sein, dass der Chromecast für den Livestream zu schwach ist. Nichts da, auch am Laptop das gleiche Problem. Also bin ich in den Graubereich des Internets abgetaucht und habe nach einem Livestream gegooglet. Ich habe auch eine Seite gefunden, die das Spiel gezeigt hat und zwar den Livestream vom ORF und zwar OHNE zu ruckeln oder sonstige Probleme.

Wieso schafft der österreichische Staatsfunk mit seinen Gebühren- und Werbeeinnahmen nicht, was eine halbseidene Webseite schafft?

Man muss aber so fair sein, auch ein Riesenkonzern wie ProSiebenSat.1 bekommt keinen Livestream hin. Puls4 hat sich die österreichischen Rechte für die Europa League gesichert. Auch jene für das Internet. Der Sender selbst bietet aber keinen Livestream auf seiner Webseite an, darum ist man eine Kooperation mit sportnet.at eingegangen, hinter dem der Styria Verlag steht, auch kein EPU ohne Geld.

Der Livestream zum Spiel Rapid - Valencia startete zwar (nach einer Werbung, aber gut, so verdienen die Beteiligten halt ihr Geld), aber die Qualität war sehr schlecht (nicht nur von Rapid) und auch hier blieb der Stream immer wieder stecken. Also habe ich wieder Google nach Alternativen gefragt und gefunden, in besserer Bildqualität. Zwar musste ich unterschiedliche Streams nutzen, da sie abgedreht wurden und der Kommentar war entweder auf Englisch, Französisch, Arabisch oder Thai (aber immer noch besser als die meisten österreichischen Kommentatoren), aber rein technisch haben sie sehr gut funktioniert.

Warum kriegen die Sender keinen ordentlichen Livestream hin? Ist es Unvermögen oder die Angst Seher der lukrativeren TV-Ausstrahlung ans Internet zu verlieren? Sollte Zweites der Fall sein, ist das sehr kurzsichtig, da man so Internet-User verliert. Außerdem ist man so im Kampf um die Übertragungsrechte schlechter aufgestellt. In den USA übertragen ab kommender Saison Yahoo (MLB) und Twitter (NFL) bereits große Ligen teilweise im Internet und in Deutschland hat Amazon scheinbar Interesse an der Übertragung der Bundesliga. Uns Cord Cutter wird es freuen, wenn es endlich gute legale Streaming-Angebote von Sportveranstaltungen gibt, die alteingesessenen Fernsehsender eher nicht.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Livestreaming?


Wie ich zum Cord Cutter wurde

Wie ich zum Cord Cutter wurde

Ich habe weder Kabelfernsehen noch Satellit. Ich empfange die Bewegtbilder bei mir zuhause übers Internet, schaue Blu-Ray oder DVD gehe ins Kino oder zum Public Viewing. Ich bin ein sogenannter Cord Cutter. Wie es dazu kam, was meine Erfahrungen sind und welche Tipps ich euch geben kann, wenn ihr es mir gleich tun wollt, erfährt ihr in diesem Artikel und in unregelmäßig erscheinenden Posts.

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Wie ich zum Cord Cutter wurde

Ich bin im November übersiedelt und in der neuen Wohnung gibt es kein vernünftiges Kabelfernsehen-Angebot. Satelliten-Fernsehen wäre evtl möglich gewesen, aber mir war es den Aufwand nicht wert, denn viel ferngesehen habe ich in letzter Zeit nicht mehr. Das Programm der Sender hat mich kaum noch interessiert und das Konzept des linearen Fernsehens war nicht mit meinem Lebensstiel vereinbar. Aber auf meine Dosis Bewegtbild wollte ich nicht verzichten und musste ich auch nicht, Danke Internet.

Dank Netflix und Amazon Prime, Dank YouTube und Vimeo, Dank Mediatheken und diverser Livestreams und wie oben erwähnt dem für mich eher unattraktiven Angebot des linearen Fernsehens, habe ich eigentlich nur noch Fußball und andere Events wie Song Contest oder Oscars im Fernsehen geschaut. Doch auch dafür muss es Alternativen geben.

Darum habe ich mir gedacht, ich werde zum Cord Cutter und investiere mehr Geld in eine gute Internetverbindung. Nun war das Problem, dass UPC und A1 keine schnelle Glasfaserverbindung in meine Wohnung gelegt haben und auch andere Angebote wie Blizznet u. ä. nicht verfügbar waren. Also hieß, nach längerer Recherche und dem Abwägen von Für und Wider, die Lösung LTE. Als bestes Preis/Leistungsverhältnis erwies sich “3” und jetzt – nach vier Monaten Nutzung – kann ich sagen, im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.

Gerade zur Stoßzeit, wie am Abend, könnte die Verbindung etwas schneller sein, da dauert es schon ein paar Minuten bis die Bildqualität von Netflix kein Augenkrebs mehr verursacht, aber sonst gab es bisher kaum Probleme. Auch Netzausfälle gibt es bei “3” deutlich weniger als bei UPC, das ich in der alten Wohnung nutzte.

Ein Fernseher nicht zum Fernsehen

Ich schaue vorwiegend auf dem Fernseher, ein Samsung-Modell und der integrierten Netflix-App. Ich habe auch Chromecast, Playstation 3, Apple TV und den Fire TV Stick ausprobiert, mit allen lässt sich Netflix gut bedienen. Aber am einfachsten ist es über den Fernseher. Evtl. ist die Internetverbindung auf den anderen Geräten eine Spur besser, aber nicht wesentlich. Auf dem Fernseher schaue ich vorwiegend deshalb, weil das Bild am größten und am schönsten ist und die Soundanlage angeschlossen ist und die Streaming-Services mittlerweile richtig gute Qualität liefern, oftmals besser als Fernsehsender. Außerdem schaue ich gerne mit meiner Frau und das ist vor dem Fernseher angenehmer, als gedrängt vorm Laptop. Am Laptop schaue ich eher kurze Videos oder Fußball Livestreams. Aber zurück zum Fernseher.

In broadcast television, cord cutting, cutting the cord, and cord shaving refer to patterns of viewers cancelling subscriptions to subscription television services, dropping expensive pay television channels or reducing the number of hours of subscription TV viewed in response to competition from rival media. (Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Cord-cutting)

Amazon Prime Instant Video schaue ich über den Fire TV Stick. Das funktioniert einfach am Besten. Aber auch über die anderen Geräte ist die Bedienung ok. Da ich versuche möglichst alle Inhalte im Original mit Untertitel zu schauen, werden bei Amazon Prime allerdings die Nerven auf die Probe gestellt, da man nach jeder Folge einer Serie die Audio- und Untertiteleinstellungen neu vornehmen muss. Auch ist die Sortierung des Angebots nicht so gut wie bei Netflix. Da gibt es für eine Serie schon einmal mehrere Ordner. Einen für Original, einmal OmU, einmal Synchronfassung und dann noch einmal jede Staffel extra, hier muss Amazon einiges verbessern. Außerdem ist es nervig, wenn vor einer Folge ein Trailer für eine andere Serie oder Film oder Amazon Service kommt, vor allem, wenn dieser für eine Serie ist, die man schon gesehen hat oder die mich nicht interessiert (Kinderserie). Man sollte meinen, mit all den Daten die Amazon hat, könnten sie die Werbung besser abstimmen.

Mediatheken nutze ich auch von verschiedenen Geräten. Hauptsächlich aber über den Chromecast oder direkt am Computer, denn Livestreams gibt es in vielen Apps nicht, aber zum Thema Livestream komme ich in einem der nächsten Artikel.

All You Need is Speed

Wenn du überlegst, selbst zum Cord Cutter zu werden, hier kurz zusammengefasst, was du dafür benötigst.

  • Das allerwichtigste eine schnelle und stabile Internetverbindung. Gib lieber etwas mehr aus, dafür sparst du dir viel Ärger. Leider ist die Auswahl an Anbietern in Österreich sehr gering und einige haben mit Problemen bei Netflix zu kämpfen, aber mit ein wenig Recherche lässt sich ein guter Provider finden.
  • Du kannst so gut wie alles am Computer schauen. Wenn man aber nicht alleine schaut und ein wenig Wert auf Bildqualität setzt sollte man sich schon einen großen Bildschirm oder Beamer zulegen. Diese bieten dann via eigenen Apps oder via TV-Stick/MediaCenter/Spielkonsole ein schönes Schau-Erlebnis.

In den nächsten Ausgaben setze ich mich noch mit den Themen Content, Apps und Livestream auseinander. Du hast Fragen, Anmerkungen oder Kritik, schreibe einen Kommentar oder poste in den sozialen Netzwerken.

Der Artikel ist auch auf Medium erschienen.

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